Der Sechszylinder Boxermotor des Porsche 993 – der letzte luftgekühlte

Porsche 993 fährt auf einer Straße.

Bis zum heutigen Tag ist der Motor des Porsche 993 etwas ganz Besonderes. Als letzter luftgekühlter Motor im legendären Neunelfer ist dieses Aggregat auch das ausgereifteste der gesamten Baureihe.

Es gibt eine weitere Besonderheit, denn Ferry Porsche verstarb ausgerechnet an dem Tag, an dem der letzte Motor für den 993 in Stuttgart-Zuffenhausen gebaut wurde. Somit wurde der 27. März 1998 in mehrerlei Hinsicht ein Tag, der in die Geschichte der Firma Porsche einging.

Zwei Porsche 993
© Porsche Archiv

Auf bewährter Motorenbasis

Die Motorbasis des 993 ist die des Vorgängers 964. Der Hubraum (3600 cm3) wurde nicht verändert, aber der 3,6-Liter-Motor wurde gründlich überarbeitet und erhielt die Bezeichnung M64/05. Eine torsionssteifere achtfach gelagerte Kurbelwelle, erleichterte Pleuel, leichtere und weiter optimierte Kolben, erweiterte Einlasskanäle, leichtere und größere Ventile und Kipphebel mit hydraulischem Ventilspielausgleich machten die mechanischen Veränderungen aus.

Erstmals war das manuelle Einstellen des Ventilspiels nicht mehr erforderlich. Eine wichtige Begebenheit, denn die durchaus intensiven Inspektionskosten des Vorgängers 964 gehörten von da an der Vergangenheit an.

Motor des Porsche 993

Beim neuen Motor des 993 wurden zusätzlich die Nockenwellen angepasst und die Steuerzeiten geändert. Die Zylinder des Motors wurden aus Aluminium-Druckguß hergestellt, die Laufflächen bestanden aus Nickel-Silizium. Die Bosch Motronic (2.10) wurde mit einem Heißfilm-Luftmassenmesser versehen.

Die Basis anfänglich mit 272 PS

Der neue Motor verfügte über die gleiche Verdichtung wie der Vorgänger (11,3:1), wurde aber auf bleifreies Super-Plus mit 98 Oktan abgestimmt. Der Motor leistete zum Start der Modellreihe 993 im Herbst 1993 im heckgetriebenen Carrera 272 PS (200 kW) bei 6100 U/min, also 22 PS mehr als der Vorgänger. Das maximale Drehmoment stieg auf 330 Nm (+20 Nm gegenüber 964) bei 5000 U/min. Weil der Wagen auch noch etwas kürzer übersetzt war, bot der 993 auch bessere Fahrleistungen als der 964.

Basis des Porsche 993
© Porsche Archiv

Bereits in den Modelljahren 1994 und 1995 bot Porsche-Exclusiv für den neuen 911 Carrera eine Leistungssteigerung auf 285 PS (210 kW) bei 6000 U/min an. Diese Leistungssteigerung erhielt den Mehrausstattungscode X51. Das maximale Drehmoment von 350 Nm wurde bei 5000 U/min erreicht. Die Zusatzleistung wurde in erster Linie durch eine Erhöhung des Hubraums auf 3,8 Liter erzielt.

Porsche 993 Kalender

Der Verlag Berlin Motor Books veröffentlicht für das Jahr 2022 einen eigenen Kalender für den Porsche 993. Dieser Kalender ist auf 993 Exemplare limitiert. Die zwölf Motive zeigen die Modellvielfalt des Porsche 993 vom Carrera bis zum 911 GT2. Der Kalender wird hochwertig im Querformat 59,4 cm x 42 cm gedruckt und verfügt über eine stabile Versandverpackung.

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Mit VarioRam 285 PS

Da Porschekunden nie genügend Leistung haben können, erhielten die 3,6-Liter-Saugmotoren des 993 ab dem Modelljahr 1996 eine Leistungssteigerung auf 285 PS (210 kW). Der Motor wurde noch einmal gründlich überarbeitet und erhielt das vom Carrera RS bekannte VarioRam-Ansaugsystem.

VarioRam variiert die effektive Länge des Ansaugkanals je nach Motorlast und Drehzahl.

Varioram-Ansaugsystem des Porsche 993
© Porsche Archiv

Es basierte auf dem bewährten zweistufigen Resonanzrohrsystem des 911 Carrera. VarioRam ergänzte dieses durch die variable Länge der Saugrohre und ein geändertes Saugverteilervolumen. Bei tiefen Drehzahlen wurde die Ansauglänge vergrößert, während sie bei höheren Drehzahlen reduziert wurde. Das Ergebnis war eine flachere Drehmomentkurve, mit mehr Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich im Vergleich zu einem ähnlichen Motor ohne VarioRam.

Bei dieser allerletzten Motorversion des 993 wurde auch das hydraulische Ventilspielausgleichselement verbessert, es stammte vom 911 Turbo. 

Die Ein- und Auslasskanäle im Zylinderkopf wurden erweitert und die Ventile im Durchmesser um einen Millimeter vergrößert. Der Durchmesser des Einlassventils betrug nun 50 Millimeter, das Auslassventil 43,5 Millimeter. Kolben und Nockenwellenkontur wurden angepasst.

Durch das VarioRam-System verbesserte sich der Drehmomentverlauf im unteren und mittleren Drehzahlbereich. Das maximale Drehmoment von 340 Nm wurde bei 5250 U/min erreicht. Die Motorleistung stieg auf 285 PS (210 kW) bei 6100 U/min an.

Motor des Porsche 993 mit VarioRam
Motor des Porsche 993 mit VarioRam

Mit diesen 285 PS hätte der letzte luftgekühlte Motor in die Geschichte eingehen können, wenn es nicht noch eine weitere Leistungstufe gegeben hätte.

Durch eine Vergrößerung des Hubraums auf 3.8 Liter wurde sowohl die Motorleistung auf 300 PS und auch das Drehmoment auf 555 Nm bei 5400 U/min erhöht. Der Preis für die Option X51 lag im Jahr 1996 bei 12.850 DM. Natürlich sind diese 3.8-Liter-Carreras besondere Raritäten.

Fairerweise sollte man aber auch erwähnen, dass der Leistungsunterschied von 15 PS nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Und auch ein gut laufender 993-Motor mit 272 PS ohne VarioRam bereitet unvergleichliche Fahrfreude.

Und kein Porsche-Motor hat seither wieder so geklungen wie der letzte luftgekühlte Sechszylinderboxer.

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